Am 21. Mai 2017 fand das 5. Treffen der ehemaligen Angehörigen der bis 1992 in Schwalmstadt stationierten Soldaten und deren Angehörige der Artillerieverbände Feldartilleriebataillon 21, Raketenartilleriebataillon 22 und der selbständigen Begleitbatterie 2 in SCHWALMSTADT statt. Zeitgleich wurde das 25jährige Bestehen als Gründungsjubiläum des Traditionsverbandes begangen.

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 (Foto:Privat)

 

 Dazu geladen hatte der Vorstand des Traditionsverbandes Schwälmer Artillerie 1992 e.V. unter Führung seines 1. Vorsitzenden - Oberstabsfeldwebel a.D. Günter Wald - alle seine über 300 eingetragenen Mitglieder des Verbandes sowie alle in den Verbänden gedienten Soldaten, Offizielle der Stadt und des gesellschaftlichen Umfeldes sowie Freunde und Bekannten der aufgelösten Artillerieverbände.

 Knapp 120 Besucher und Verbandsmitglieder nahmen an der Veranstaltung teil.

 Eröffnet wurde das Treffen am Samstagnachmittag mit dem Anlaufpunkt in der ehemaligen HARTHBERGKASERNE in SCHWALMSTADT- Treysa im dem dort mit Genehmigung der Stadt Schwalmstadt dankenswerter Weise angesiedelten Artilleriemuseum und des angrenzenden Artillerie-Platzes, in Erinnerung an den langjährigen Ehrenvorsitzenden in Günther-Schwarz-Platz unbenannt. Für viele emotional anrührend war das Stöbern in alten Chroniken, Bildern und Ausstellungsstücken des mit Sorgfalt, Akribie und Herzblut eingerichteten Anlaufpunkts der alten Artilleristen.

Bei Kaffee und Kuchen begrüßten sich die vielen alten, zum großen Teil schon lange pensionierten ehemaligen Soldaten und zivilen Mitarbeiter mit den Kameraden des amtierenden Verbandsvorstandes, der für die Koordination und Durchführung des Treffens viele zum Teil langfristige Planungen in die Tat umsetzten.

Am Abend wurde dann das Treffen zum eigentlichen Festkommers und Gründungsjubiläums im Saal des Landgasthofs Bechtel in Zella gestartet.

In seiner offiziellen Begrüßung – darunter natürlich den amtierenden Bürgermeister der ehemaligen Garnisonstadt Herrn Stefan Pinhard - lies der 1. Vorsitzende Günter Wald in seiner folgenden Festrede anlässlich dieses denkwürdigen Verbandsjubiläums noch einmal die wechselvolle Geschichte der Artillerie auf dem Harthberg Revue passieren.

 Mit der Truppenreduzierung und den damit verbundenen Verbandsauflösungen und Umstrukturierungen im Jahre 1991 hatte das Bundesministerium der Verteidigung entschieden, dass auch die 2. Panzergrenadierdivision mit Sitz in Kassel mit der Panzergrenadierbrigade 4 und der Panzergrenadierbrigade 6 sowie dem Artillerieregiment 2 außer Dienst gestellt wird.

 Damit hatte auch die Schicksalsstunde der Schwälmer Artillerie geschlagen. Mit Auflösung des Raketenartilleriebataillon 22 am 17.September 1992 und des Feldartilleriebataillon 21 am 17.September 1993 wurden die Truppenfahnen dieser Verbände dem Raketenartilleriebataillon 702 (später 132) bzw. dem Beobachtungsartilleriebataillon 701 (später 131) in Sondershausen bzw. in Mühlhausen / Thüringen übergeben.

Stab u. Stabsbatterie Artillerieregiment 2 und die Begleitbatterie 2 wurden am 02. Juni 1993 in der Harthberg Kaserne in Treysa außer Dienst gestellt. Mit weiteren Truppenreduzierungen und der Auflösung des Nachschubbataillons 51 im Dezember 2006 wurden die Truppenfahnen der Artilleriebataillone 21 und 22 an das BMVg in BONN zurückgegeben.

 Die Gründung des Traditionsverbandes war dann ein großer Verdienst des langjährigen Vorsitzenden und dann in 2010 zu Ehrenvorsitzenden ernannten, leider mittlerweile verstorbenen Günter Schwarz sowie des damaligen letzten Kommandeurs Herrn Oberstleutnant Stefan Becker. Ohne derer beider hohen persönlichen Einsatz, aber auch den Einsatz der aktiven und passiven Gründungsmitglieder, wäre die Tradition der Schwälmer Artillerie heute wohl nicht mehr vorhanden!

Am 25. Juni 1992 wurde der Traditionsverband Schwälmer-Artillerie in das Vereinsregister eingetragen. sSeit 09. März 2002 mit Beschluss der Mitgliederversammlung (Satzungsänderung) nennt sich unser Verband:

 

 

 

Traditionsverband Schwälmer Artillerie 1992 e.V.

 

 

 

Mit einem Mitgliederbestand von zurzeit 345 Verbandsmitgliedern war es das erklärte Ziel des 1. Vorsitzenden Günter Schwarz,  „.. dass die Tradition der Artillerie in der Schwalm nicht stirbt ….“, dies hat er mit Beharrlichkeit verfolgt und wie man heute sieht - auch erreicht ! Diesem - seinem Ziel – fühlt sich der Verband auch in Zukunft weiterhin verpflichtet, getreu dem Motto 

 

 Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme!

 

 Der amtierende Vorsitzende Günter Wald erinnerte nochmals an die vielen Aktivitäten, in den der Verband noch heute aktiv bleibt : -  Stammtischtreffen in Frühjahr / Herbst / Winter – Grillfeste im Sommer – Mitveranstalter bei Wohltätigkeitskonzerten des Heeresmusikkorps Kassel zusammen mit dem LIONS-Club Schwalmstadt – Mitgliederreisen – Vorstandsausflüge – Staatsbürgerliche Weiterbildungen für Schulklassen aus der Umgebung über die Zeiten im Kalten Krieg mit Besichtigungen des Munitionslagers in Rörshain – die jährliche BARBARA-Feier – Vorstandssitzungen und natürlich die jährliche Jahreshauptversammlung des Verbandes. All dies sind Belege für ein intaktes Verbandsleben, das nun schon 25 Jahre anhält!

 Der Festrede folgten die würdevollen Grußworte des ehemaligen Batteriechefs und späteren Kommandeurs des Feldartilleriebataillons 21, Herrn General a.D. Karl-Heinz LATHER, zuletzt eingesetzt als 4-Sterne-General in Funktion Chef des Stabes im NATO-Hauptquartier SHAPE in MONS / Belgien. Der General betonte in seinen Worten den vorbildlichen Zusammenhalt der ehemaligen Artilleristen im Traditionsverband und die Erfolge der gelebten, vorbildlichen Kameradschaft der Soldaten, zivilen Mitarbeiter und deren Angehörige. Viele haben sich einen weiten Anmarsch aufgebürdet, um am Treffen teilnehmen zu können. Dies ist ein besonderer Ausdruck der Wertschätzung der Arbeit und des Wirkens dieses Traditionsverbandes mit einer bemerkenswert hohen Mitgliederzahl.

 Auch der letzte amtierende General der Artillerie der Bundeswehr – Herr Brigadegeneral Heribert HUPKA / ehemals als Batterieoffizier im Feldartilleriebataillon 21 und später als Batteriechef im Raketenartilleriebataillon 22 in Schwalmstadt eingesetzt – erinnerte in seinen Grußworten an die große Tradition der Artillerie der Bundeswehr, die es gilt zu bewahren. Von einstmals 92 reinrassigen Artilleriebataillonen existieren heute noch exakt 4 gemischte Verbände. Auch General Hupka blieb noch lange im Kreise seiner alten Kameraden und versprach ein Wiederkommen zu kommenden Veranstaltungen des Verbandes.

 Und natürlich ließ es sich das Stadtoberhaupt der Stadt Schwalmstadt – Herr Bürgermeister Stefan Pinhard nicht nehmen, Grußworte der Stadt zu übermitteln, verbunden mit der weiteren Absicht, den Anliegen des Verbandes immer ein offenes Ohr zu widmen.  

Mit einem stattlichen Festbüfett wurde dann auch den kulinarischen Genüssen des Landgasthofs Bechtel die Chance gegeben, die Jubiläumsgesellschaft zu sättigen und Auftakt zu einem entspannten Abend im Kameradenkreis werden zu lasen.

Das Schwingen des Tanzbeines unter musikalischer Begleitung des Verbandsmitgliedes Georg „Schorsch“ Hohmeier, sowie die zig-fachen Gespräche, Erinnerungen und Anekdoten aus knapp 50 Jahren Artilleriegeschichte in Schwalmstadt ging der Abend dann in den späten Abend- / frühen Morgenstunden für alle würdig zu Ende.

 Wiedermal haben die Artilleristen vom Harthberg bewiesen, dass die Soldaten der Bundeswehr unverändert ihren Platz in der Geschichte und im aktiven gesellschaftlichen Lebens Schwalmstadts findet und auch in Zukunft sicher hat.

 Mit einem dreifachen ZU-GLEICH an alle Leser und ehemaligen und aktiven Kameraden,

 der Vorstand des Traditionsverbandes der Schwälmer Artillerie!

Hier finden Sie noch mehr Bilder von der Veranstaltung:

 https://www.dropbox.com/sh/rnxujqkrqo171yl/AABA3T5uvZC4EdK_A8_Lg6Kza?dl=0